Fédération des barreaux d’Europe

Organisationsformen von Anwaltskanzleien und deren Finanzierung.

Organisationsformen von Anwaltskanzleien und deren Finanzierung.

In den Jahren 2003 und 2005 untersuchte die Europäische Kommission die Frage, inwieweit Gesetze und Berufsregeln noch gültig sein können, die in folgenden Gebieten Einschränkungen zulassen : Einschränkungen bezüglich der Inhaber und der Struktur von Gesellschaften, die juristische Dienstleistungen erbringen, Einschränkungen bezüglich der Möglichkeiten von Zusammenschlüssen mit anderen Berufsgattungen (MDPs), insbesondere mit Buchprüfern und die Eröffnung von Zweigniederlassungen, Franchising Ablegern oder Ketten.

Die Kommission kam zur Ansicht, dass alle Restriktionen, die auf die Wirtschaft einen negativen Effekt haben und die die Existenz von multidisziplinären Partnerschaften verbieten, vollständig aufgehoben werden sollten. Gemäss der Europäischen Kommission sollten nur solche Einschränkungen zulässig sein, die den Schutz der Unabhängigkeit des Erbringers von juristischen Dienstleistungen oder seine persönliche Haftung betreffen.

Was ist die Position der Europäischen Kommission bezüglich der Deregulation heute ? Hat sich diese infolge der aktuellen Krise geändert ?

Gibt es eine Entwicklung in der Gesetzgebung, haben Rechtsanwälte und Rechtsanwalts-kammern in unseren verschiedenen Ländern Änderungen vorgenommen, seit die Empfehlungen hinsichtlich der multidisziplinären Partnerschaften erfolgten ? Besteht die Möglichkeit, eine kommerzielle Organisationsform zu wählen, Aktiengesellschaften zu gründen, die Aktionäre zu Kapitaleinschüssen aufzufordern, die Gesellschaft an der Börse zu registrieren, multidisziplinäre Kanzleien zu entwickeln ?

Was bedeutet dies für die Rechtsanwaltskammern und deren Kontrollmöglichkeiten ? Wie wirken sich solche Modifikationen auf unsere Berufs- und Standesregeln aus (Berufsgeheimnis, Verbot von Interessenkonflikten, Unabhängigkeit …) ?

Am Kongress des Verbands Europäischer Rechtsanwaltskammern werden die Referenten und Kongressteilnehmer Gelegenheit haben, über diese Fragen in der ersten Tageshälfte des 22. Mai 2009 zu diskutieren.



Maria Slazak - Poland


Norbert Westenberger - Germany


Jean-Marie Burguburu - France


Lucette Defalque - AEA


Manuel Camas - Spain